Nach einem relativ entspannten Flug über Dubai kamen wir am Dienstag gegen 15:00 Uhr Ortszeit in Singapur an.Wie wir schon im Vorwege erfahren hatten, würde an diesem Dienstag der sechsundvierzigste Jahrestag der Gründung des Staates Singapur gefeiert. Zu diesem Anlass hatten sich gefühlte 2 Milliarden Menschen am Singapore River versammelt, um diesen Anlass zu würdigen. Nachdem wir unsere Hotelzimmer bezogen und die wichtigsten körperhygenischen Tätigkeiten erledigt hatten, mischten wir uns unter das Volk. Am Rand des Singapore River hatten, wie wohl weltweit üblich bei solchen Veranstaltungen, geschäftstüchtige Zeitgenossen ihre Verkaufsstände errichtet.
Darunter für uns so neue Dinge, wie Eis im Brot. Das musste ich natürlich gleich probieren (Mango-Eis im gefärbten Brot) und stellte fest, dass es sehr süß und interessant schmeckt. Vielleicht in etwa so wie ein eingefrorenes Honigbrot.
Wie mir am nächsten Tag erläutert wurde, gibt es diese Form der Zubereitung schon lang und wurde von den einfachen Menschen, die sich nicht mehr leisten konnten, gegessen. Ein durchaus pragmatischer Ansatz mit der Hauptmahlzeit und Dessert in einer auf dem Weg zu essenden handlichen Einheit. Es wird aber nicht zu meiner Leib- und Magenspeise werden.
Auf dem Wasser fuhren zwischenzeitlich einige Militärschnellboote herum. Diese Szenerie entwickelte sich zu einer Militärvorführung mit Fallschirmspringer, Hubschrauber (2 Apache und ein Chinook aus dem Kampfschwimmer sprangen) sowie fünf Kampfflugzeuge, die über das Areal flogen.
Es wurden mit Hilfe von Platzpatronen Schüsse simuliert und das Volk war dem ganzen Spektakel sehr zugetan.
Dies mag wohl daran liegen, dass die Nachbarländer, insbesondere Malaysia, einen neidischen Blick auf diesen kleinen Stadtstaat mit seinem ökonomischen Erfolg und dem daraus resultierenden hohen Lebensstandard werfen. Es soll vor längerer Zeit schon einmal dazu gekommen sein, dass Malaysia während dieses Feiertages an der Grenze das Militär aufgefahren hat, um zu sehen wie der kleine Staat reagiert. Nachdem Singapur das eigene Militär in großer Zahl entgegen stellte, soll es bei diesem Vergleich geblieben sein und es werden relativ normale nachbarschaftliche Verhältnisse zwischen den beiden Ländern gepflegt. Zumal Singapur viele Ressourcen (z.B. Trinkwasser) zu guten Preisen aus Malaysia bezieht.
Aus dem vorgenanntem Ereignis und vergleichbaren Begebenheiten lässt sich wohl auch die Unterstützung des Volkes für diese Form der Darstellung der Stärke ableiten.
Nachdem wir das Hafenbecken des Singapore River einmal umrundet hatten und in der Marina Bay Shopping Mal ankamen, waren wir müde und wollten zurück ins Hotel. Um keine weiteren Wege mehr erlaufen zu müssen, stellten wir uns am nächsten Taxistand an, der mit einer relativ langen Schlange von Wartenden versehen war. Zunächst klappe alles wunderbar. Die Taxis rauschten im zwanzig Sekundentakt heran und die heranströmende Zahl von Menschen konnte gut abtransportiert werden. Als wir den Beginn der Schlange erreicht hatten, wurde jedoch die Strasse gesperrt und nichts ging mehr. Es zog eine Parade mit dem Staatspräsidenten an der Spitze vorbei. Nach etwa einer dreiviertel Stunde wurde die Strasse wieder „geöffnet“ und wir konnten in das nächste Taxi einsteigen. Nur leider hatte sich durch diese Sperrung ein Stau gebildet. Als wir am alten Hafen mit dem Taxi vorbei kamen, begann das große Feuerwerk, welches ich eigentlich aus einem der oberen Stockwerke des 72 Stockwerke hohen Hotels sehen wollte. Nun ja, wie haben schon große Philosophen heraus gefunden:“ Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“